Geistliches Wort für Februar 2013

Liebe Gemeinde,

vierzig Tage nach Weihnachten feiern wir am 2. Februar ein Fest der Begegnung mit Gott. Diesen Namen erhielt dieser Festtag in der Ostkirche.

Vertrauter wird ihnen die Bezeichnung „Märiä Lichtmess“ sein, denn das Fest wurde im Westen mit einer Kerzenweihe und Lichterprozession verbunden und besonders als Marienfest gefeiert. Heute heißt der Tag offiziell „Darstellung des Herrn“. Alle drei Bezeichnungen hängen mit dem entsprechenden Evangelium zusammen, das an diesem Tag in den Kirchen gelesen wird. Dort preisen Simeon und Hanna Jesus als das Licht, dass alle Welt erleuchtet (vgl. Lk 2,29 ff.).

Wie aber passt dieses lichtreiche Fest mit den Schatten zusammen, die gemäß des gleichen Evangelientextes mit einfließen. Dort heißt es nämlich in der Weissagung des Simeon an Maria, in Bezug auf das Leben und Wirken ihres Sohnes: „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,35). Will heißen: Die Entscheidungen, die dein Sohn trifft und dem Auftrag, dem er folgt, werden für ihn und dich (Maria) nicht ohne Schmerz sein. Heute wissen wir, wie schmerzlich Jesu Ende war, auch für seine Mutter; und bald beginnen wir in der Fastenzeit uns mit dem Leiden und Tod Jesu zu beschäftigen.

Jesus, als das Licht der Welt ist nicht gleichzusetzen mit einem paradiesischen Zustand. Gerade weil viele Menschen im Dunkel lebten, kam er in die Welt, um ihr Leben zu erhellen. Ganz besonders nahm er sich der Ausgestoßenen, Sünder und Kranken an. Ihnen sagte er zu, dass sie von Gott geliebt seien und zu ihm Abba „lieber Vater“ sagen können. Durch sich selbst bezeugt er das Erbarmen und die Vergebung Gottes und öffnet so allen Menschen einen Zugang zur göttlichen Wahrheit.

So scheute er auch nicht die Auseinandersetzung mit den geistlichen Führern der damaligen Zeit. Sein Eintreten für die Ausgegrenzten der Gesellschaft, sein Anspruch, dass das Gesetz für den Menschen da ist und nicht umgekehrt sowie sein entschiedenes aber auch souveränes Gottesbekenntnis ließen aus dem anfänglichen Konflikt mit dem jüdischen Establishment schnell einen tiefen Bruch entstehen. Die Folge war der Tod Jesu, der aber nicht das Ende, sondern einen neuen Anfang durch die Auferstehung setzte.

Ja, das lichtreiche Fest „Darstellung des Herrn“ passt mit den dunklen Weissagungen des Simeon zusammen. Denn nur dort wo es Dunkel ist, wirkt das Licht. Lassen auch Sie sich vom Licht Jesu erhellen und leuchten Sie anderen in ihrem oft sehr facettenreichen Leben.

A. Folloni, Gemeindereferent