Zurück zur alten Pracht und Schönheit

Sanierungs-Endspurt im Kapellen-Denkmal
Zurück zur alten Pracht und Schönheit

So sieht es zurzeit in der Ludweiler Wendalinuskapelle aus:
Der komplette Innenraum ist mit einem Gerüst versehen. Das dient der Sanierung. Weil es den hohen Raum in mehrere Etagen unterteilt, kann man von dort aus alle Teile der Wände gut erreichen. Den Löwenanteil an den Kosten für die Innen-Sanierung trägt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

In der Ludweiler Wendalinuskapelle wird derzeit der Innenraum saniert. Zur Patronats-Feier am 20. Oktober soll alles fertig sein.

Vom baulichen Problemfall zum Schmuckstück ihres Ortes soll die Wendalinuskapelle in Ludweiler wieder werden. Auf diesem Weg steht das nächste Etappenziel kurz bevor. Hatte sich der Patenverein der denkmalgeschützten historischen Kapelle im Vorjahr darauf konzentriert, das Dach wieder verkehrssicher, wetterfest und dicht zu machen, gilt die Konzentration im laufenden Jahr dem Kapellen-Inneren: Die Paten möchten es wieder zu einem würdigen Raum für Gottesdienste herrichten. Der Saarbrücker Zeitung hat Robert Müller, Vorsitzender des Patenvereins, jetzt einen Einblick in die laufenden Arbeiten gewährt.

Sobald sich die Kapellenpforte öffnet, schaut man auf das Baugerüst, das derzeit den gesamten Eindruck bestimmt. Ein so genanntes Innengerüst: Es unterteilt die Kapellenhalle oberhalb des Erdgeschosses in drei weitere Etagen. So lässt sich problemlos auf den verschiedenen Ebenen an den Kapellenwänden arbeiten. Aber der Reihe nach. Müller berichtet: „Zunächst wurden Bänke, Statuen und die Kreuzesgruppe ausgelagert, und ein Innengerüst, das für die Malerarbeiten benötigt wird, wurde errichtet.“

Seit dem 21. August werden unter Anleitung von Expertin Margit Mrziglod-Leiß und Diplom-Ingenieur Niko Leiß von der renommierten Restaurationsfirma Mrziglod-Leiß aus Tholey die Ornament- und Lisenen-Malereien denkmalgerecht erneuert. Um den restlichen Wand- und Deckenanstrich kümmert sich der ortsansässige Malerbetrieb Joachim Junker. Das klingt einfacher, als es ist. „Der Sockel war ringsum nicht mehr in Ordnung, den mussten wir neu verputzen“, sagt Mrziglod-Leiß. Zwei bis fünf Zentimeter seien das gewesen. Und stellenweise ist der Putz noch nicht trocken, was die Malerarbeiten in diesem Bereich noch behindert.

Weiter oben sieht es aber bereits hübsch aus. Petrus und die übrigen Heiligen an den Wänden hat die Kunsthandwerkerin gekonnt und liebevoll von all den Macken befreit, die die Zeit ihnen so zugefügt hat. So kann das Innengerüst bereits kommende Woche raus. Ist dann der frische Putz trocken, können auch die Teppichgemälde ausgebessert werden.

Bereits im Vorjahr hat Mrziglod-Leiß sich ein Bild vom Zustand des Kapelleninneren verschafft, die Kosten hat sie damals auf 27 000 Euro beziffert. Geld, das vor allem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt, deren Etat sich aus Toto-Geld speist. 14 000 Euro hat die Stiftung im Januar bewilligt, 7000 Euro gibt das Bistum dazu. „Den Rest übernimmt die Patengemeinschaft“, sagt Vorsitzender Müller. In etwa drei Wochen sollten die Arbeiten beendet und die Kirchen-Einrichtung weitgehend zurück an ihrem Platz sein – so haben es Müller und die beteiligten Firmen geplant. Genau richtig zum Namenstag des Kapellenpatrons St. Wendalinus, der am 20. Oktober gefeiert werden soll. Und weil das sich zum 120. Mal jährt, soll es dazu in der sanierten Kapelle einen Festgottesdienst geben.

Mit feinem Pinsel, Strich für Strich: Margit Mrziglod-Leiß restauriert die Heiligen-Gemälde an den Wänden
der Wendalinuskapelle. Der Zahn der Zeit hatte kräftig an Petrus und Co. genagt.

Restaurator Niko Leiß bei der Arbeit: Ganz behutsam bessert er schadhaft gewordenen Farbauftrag an den
auf den Putz gemalten Wand-Ornamenten aus. Das braucht ein gutes Auge und eine ruhige Hand.

 

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 26.09.2017