Ja, Weihnachten

Liebe Leserinnen und Leser,

wie passen die erschreckenden Ereignisse in Berlin; Tod, Leid, Verzweiflung und Trauer vieler Beteiligter in das vor uns liegende Fest Weihnachten.

Vordergründig stellen die Erlebnisse einen Widerspruch dar, weil sie nicht zum Licht und gemütlichen Miteinander passen, der Freude am Schenken und Beschenkt werden.

Aber Weihnachten ist mehr und gewinnt gerade in diesen Tagen an Bedeutung.

Mir fällt ein Satz aus der Bibel ein: „Das Licht strahlt in der Dunkelheit“. Jesus ist dieses Licht.  Er kommt in unsere menschliche Existenz, die das Schwere, die Not und den Kummer unserer Tage wie unseres je eigenen persönlichen Lebens miteinschließt.
Er ist da, hält mit uns aus, schweigt mit uns, trägt uns. Wenn wir uns von ihm abwenden, weil wir das Leben, ja auch Gott nicht mehr verstehen, bleibt er an unserer Seite. Er weiß wie –manchmal- unerträglich Leben sein kann.

„Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden“. Ein weiterer Satz.
Wir sind Söhne und Töchter Gottes in einer zwiespältigen Welt. Manche endlos verstrickt im Bösen oder durch das selbige verblendet. Den anderen Leid und Tod zufügend bis hin zu schier unglaublicher Verwüstung.
Die Frage ist berechtigt: Solche auch Söhne und Töchter Gottes? Antworten fallen schwer, wir können sie nicht geben.

Was wir aber geben bzw. tun können: Es nicht noch schlimmer zu machen.
Bei allen Fragen, aller Wut und Aggression, den Funken Licht in uns nicht zum Erlöschen zu bringen und einander beizustehen.

Vor jedem Weihnachtsfest bringen Pfadfinder das Friedenslicht aus Bethlehem in unsere Kirchen. Aus einer Region, die ebenso seit Jahren in kriegerischen Auseinandersetzungen lebt und von terroristischen Anschlägen gebeutelt ist.
Ein Licht aus der einen in die andere Dunkelheit. Weihnachten ist bei uns angekommen- auch heute!

Andreas Folloni, Gemeindereferent