Ta da- Siehe da

Ein Impuls von PR Michaela Bans bei "Kirche in WDR2". Gerade auch als Einübung im Urlaub für den Alltag

Das schlimme an "To do-Listen" ist: Man wird nie mit ihnen fertig! So gut es auch tut, Punkt für Punkt abzuarbeiten. Unten schieben sich immer neue Punkte auf die Liste. Und einige stehen seit Monaten wie einzementiert da.

"To do-Listen" haben ein hohes Frustrationspotential. Es ist wie Memory spielen gegen einen Sechsjährigen: Du kannst nicht gewinnen. Und trotzdem spiele ich immer wieder. Bilde mir ein: Jetzt wird’s was. Diesmal werde endlich mit allem fertig.  

Durch Zufall stieß ich im Internet auf das Gegenmodell: Eine "Ta da-Liste"! Was für eine großartige Idee! Ich habe es direkt mal probiert. Neben der längsten und damit frustrierendsten To do Liste auf meinem Schreibtisch liegt ein Zettel, mit der dicken fetten leuchtend roten Überschrift: "Ta da".

Da kommt in Stichworten alles drauf, was mich motiviert. All das, worüber ich mich freue. Kleine Erfolge, nette Entdeckungen.

Ein Stichwort lautet: "Sorg dich nicht um morgen; jeder Tag hat genug eigene Plage." Das ist nicht von mir, sondern von Jesus. Er macht in der Bergpredigt den Leuten klar, dass Gott weiß, was wir Menschen wirklich brauchen. Und dass er dafür sorgt, dass wir alles haben, was wirklich wichtig ist.

Vermutlich waren die Zuhörer damals auch kritisch, wie das gehen soll. Deshalb hat Jesus auf zwei Beispiele zurückgegriffen: Auf die Vögel, die genug zu fressen haben, obwohl sie keine Kornspeicher anlegen. Und auf die Lilien auf dem Felde wies er hin. Sie sind wunderschön, ohne dass sie sich je Gedanken machen müssten, was sie heute anziehen sollen.

"Wer von Euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?" fragt Jesus. "To do": das ist die Sorge. Der Stress, alles fertig zu bekommen und der Frust, nie fertig zu werden. "Ta da": das ist der gesunde Blick auf das, was wirklich zählt. Und von da aus leben. Ich glaub mittlerweile: Weniger "To do", mehr "Ta da" und der Tag wird ein guter.

Michaela Bans