Schenkende und Beschenkte

Durch die Umstellung der Homepage das geistliche Wort zu Weihnachten, heute, am Vorabend des Festes Erscheinung des Herrn, von Diakon Christoph Storb.

Liebe Mitchristen!

Kennen Sie eigentlich die Geschichte von den beiden Obdachlosen, die nur mit Mühe eine Notunterkunft für die Nacht finden, dort von den Ärmsten und Verachtetsten der Gesellschaft besucht werden und kurze Zeit später als verfolgte Flüchtlinge in ein fernes Land ziehen müssen?

Natürlich kennen wir alle diese Geschichte! Wir nennen sie „Weihnachten“ und wir können sie bei den Evangelisten Lukas und Matthäus nachlesen. Dort ist genau beschrieben, wie Gott sich ausgerechnet die Ärmsten der Armen aussucht, um in ihrer Mitte selbst Mensch zu werden.

Heute ist die Geschichte von Maria, Josef und denHirten erschreckend aktuell:

So wie damals Maria und Josef sind heute Millionen Menschen auf der Flucht, ohne Heimat und Zuhause; viele müssen – wie sie und die Hirten – auf das Allernotwendigste verzichten! Zufall? Sicher nicht!

Frère Roger, der Gründer der Gemeinschaft von Taizé, sagte: „Als Gott nicht mehr wusste, wie er sich anders verständlich machen sollte, kam er an Weihnachten durch Jesus Chistus auf die Erde, arm und gering!“

Dieses „Ja“ Gottes zu den Ärmsten ist für uns Christen gleichermaßen ein Zeichen der Hoffnung und der Verpflichtung!

„Mach’s wie Gott! Werde Mensch!“ hat es der Bischof im Ruhestand Franz Kamphaus auf den Punkt gebracht. Und Chiara Lubich, die Gründerin der Fokularbewegung, spornt uns an: Jeder Tag kann Weihnachten werden!“ Ob es dazu kommt? Das liegt allein an uns! Viele bezeichnen in diesen Tagen unsere Heimat als „Christliches Abendland“ und haben dabei doch ganz unchristliche Hintergedanken.

Wir können als Christen ein deutliches Zeichen unseres Glaubens abgeben, indem wir Stellung beziehen, indem wir unseren christlichen Glauben auch leben und für die Bedürftigen und Verfolgten eintreten.

Dabei ist es unwesentlich, ob es sich bei denMenschen, die wir in ihrer Not bei uns aufnehmen, um orthodoxe Christen aus Eritrea oder Moslems aus Syrien handelt. Wir dürfen nicht vergessen: Unser Gott ist in Jesus als Jude Mensch geworden!

Viele von uns haben schon feststellen können, dass wir durch den Einsatz für die Bedürftigen unserer Tage – ob es Deutsche sind oder Flüchtlinge, die zu uns kommen – selbst zu Beschenkten werden.

In diesem Sinne wünschen ich – wünschen wir Ihnen – eine weiterhin gnadenvolle, reich beschenkte Weihnachtszeit und ein ebenso gesegnetes Jahr 2016!

Ihr Diakon Christoph Storb