Misereor Hungertuchausstellung in Wehrden St. Hedwig

Misereor Hungertuchausstellung in Wehrden Kirche St. Hedwig

Hungertuch

Der Begriff ist als sprichwörtliche Redensart allen geläufig. "Am Hungertuch nagen" heißt so viel wie arm sein, Hunger leiden. Die Hungertuch-Idee kennt dagegen kaum jemand. Sie entstammt einem fast tausendjährigen kirchlichen Brauch, mit einem solchen Tuch in der Fastenzeit den Altar sowie das Geschehen am Altar zu verhüllen. Ursprünglich nur aus schmucklosem Linnen, wurden diese Fastentücher bald mit reichem Bildwerk bestückt bzw. bemalt. Die Leinentücher wiesen ab dem 12. Jahrhundert immer häufiger Bildmotive aus der Heilsgeschichte des Alten und Neuen Testamentes auf. Diese Biblia pauperum, d.h. die Armenbibel – lese und schreibunkundigen anhand von Bildern die Hl. Schrift näherzubringen - brachte alttestamentliche Geschehnisse und vor allem Aussagen der Propheten in einen typologischen Zusammenhang mit dem Evangelium des Neuen Bundes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testamentes erfüllten.

Das Misereor Hungertuch

Seit 1976 erleben die Hungertücher bundesweit, ja weltweit eine ungeahnte Renaissance - dank der Initiative des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor. Im Schnitt alle 2 Jahre veröffentlicht Misereor seitdem ein neues Hungertuch. Das neue Misereor-Hungertuch sollte aber - nicht zuletzt wegen der aus technischen Gründen eingeschränkten Größenordnung – in der Größe von 3 x 2 m – nicht an die ursprüngliche Verhüllungstradition, sondern an den Symbolgehalt sowie die didaktisch-katechetische Funktion der mittelalterlichen Fasten- bzw. Hungertücher anknüpfen. Die Misereor-Hungertücher wollen eine "Botschaft von draußen" vermitteln. Von gläubigen Christen aus Afrika, Asien und Lateinamerika gemalt, ermöglichen sie eine Begegnung mit dem Leben und Glauben von Menschen und Christen anderer Kulturen. Alle bisherigen Hungertücher haben die Verkündigung Jesu sowie die Botschaft seines Todes und seiner Auferstehung aus der je unterschiedlichen Lebens- und Glaubenswirklichkeit der Künstlerinnen und Künstler heraus interpretiert. Im Laufe der Jahre wurden die Misereor-Hungertücher zu Schaubildern des Glaubens, die mit ihrer eindrucksvollen Bildsprache wichtige Zeugen geworden sind für die Bedeutung der Fastenzeit als der hohen Zeit für Bekehrung, Umkehr und neues Leben.

Ausstellung

Die Pfarrgemeinde St. Hedwig Völklingen-Wehrden veranstaltet im Rahmen ihres Jubiläumsjahres „50 Jahre Kirche St. Hedwig 1965 – 2015“ eine Ausstellung der bisher erschienen Hungertücher vom 21. bis 29. März 2015 in der Kirche. Die Kirchengemeinde ist im Besitz der Hungertücher von 1976 bis 1996, die weiteren Hungertücher konnten Großteils von anderen Pfarrgemeinden ausgeliehen werden. Ein Begleitprogramm umrahmt die Ausstellung.

Programm der Ausstellungswoche:

Samstag, 21. März 2015

(Ausstellung von 15.00 h bis 18.00 h)

15.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung

Kaffee und Kuchen

17.00 Uhr Kurze Andacht

Sonntag, 22. März 2015

(Ausstellung von 10.00 h bis 18.00 h)

10.45 Uhr Hl. Messe zum Misereorsonntag anschl. Fastenessen (Zum Fastenessen ist eine Anmeldung erforderlich)

14.30 Uhr Kaffee und Kuchen

17.00 Uhr Kurze Andacht

Montag, 23. März 2015

(Ausstellung von 16.00 h bis 18.00 h)

19.00 Uhr Taizé – Gebet als Friedensgebet Musikalische Mitgestaltung: Frauenchor „viva voce“ unter der Leitung von Hedwig Conrath mit befreundeten Männerstimmen – an der Gitarre Harald Trouvain

Dienstag, 24. März 2015

(Ausstellung von 15.00 h bis 18.00 h)

17.00 Uhr Kurze Andacht

Mittwoch, 25. März 2015

08.30 Uhr Wortgottesdienst der Regenbogenschule

Donnerstag, 26. März 2015

08.30 Uhr Hl. Messe

Freitag, 27. März 2015

(Ausstellung von 15.00 h bis 19.00 h)

13.00 Uhr Erlebnisgottesdienst (war eine Anmeldung erforderlich)

18.00 Uhr Andacht zur Fastenzeit

Samstag, 28. März 2015

(Ausstellung von 15.00 h bis 17.00 h)

15.00 Uhr Führung für Kinder im Grundschulalter

16.00 Uhr Einstimmung in die Karwoche mit dem Binden der Palmstöcke für Kinder

17.45 Uhr Hl. Messe zum Palmsonntag mitgestaltet von den Kommunionkindern

Sonntag, 29. März 2015

(Ausstellung von 15.00 h bis 18.00 h)

17.00 Uhr Kurze Andacht – Abschluss der Ausstellung