Umkehr

„Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ (Mk1,15). So beginnt Jesus seine Predigt beim ersten Auftreten in Galiläa. Also nicht: Weiter so, sondern „Kehrt um“. Jetzt ist die Zeit-höchste Zeit!

Das ist leichter gesagt als getan. Woher nehmen wir die Kraft, um umzukehren und die Angst vor Veränderungen zu überwinden? Woher schöpfen wir das Vertrauen, dass wir nicht verlieren, wenn wir teilen? Zu mächtig ist der Eigennutz im Großen und Kleinen. Die Eigeninteressen werden gehütet wie eine heilige Kuh, auch bei uns. In großen Sprüchen sind wir stark und in handfesten Taten schwach. Die Appelle allein bringen‘s nicht. Jesus sagt: „Glaubt an das Evangelium“. Mit anderen Worten: Gott ist für euch da, davon könnt Ihr ausgehen. Sein Geist ist dabei, das Angesicht der Erde zu erneuern. Wo wir dem Evangelium trauen, werden wir frei füreinander; da wird die Welt nicht schön geredet, da wächst Zivilcourage zum klaren Wort gegen das Verdrängen des Unrechts.

„Die große Schuld des Menschen sind nicht die Sünden, die er begeht- die Versuchung ist mächtig und seine Kraft gering. Die große Schuld des Menschen ist, dass er in jedem Augenblick die Umkehr tun kann und nicht tut“, sagt eine chassidische Geschichte.

Bischof em. Franz Kamphaus, aus dem Buch: Gott ist kein Nostalgiker

Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.

Du bist nicht fern, denn die zu dir beten,
wissen, dass du uns nicht verläßt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.

Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, daß wir bestehn.

Du bist in allem ganz tief verborgen,
was lebt und sich entfalten kann.
Doch in den Menschen willst du wohnen,
mit ganzer Kraft uns zugetan.

Herr, unser Herr, wie bist du zugegen,
wo nur auf Erden Menschen sind.
Bleib gnädig so um uns in Sorge,
bis wir in dir vollkommen sind.

aus dem Gotteslob 414