Licht weitergeben

Eine Geschichte aus der Adventsfenstergestaltung der Kita Großrosseln

Eine Kerze macht sich Gedanken.
Ihr habt mich angezündet, schaut in mein Licht und freut euch an meiner Helligkeit, an der Wärme, die ich spende. Und ich freue mich, dass ich für euch brennen darf. Wenn ich nicht brennen würde, läge ich vielleicht irgendwo in einer Schachtel – sinnlos, nutzlos.
Sinn bekomme ich erst dadurch, dass ich brenne. Aber seit ich brenne, bin ich schon eine kleines bisschen kürzer geworden. Das ist schade, denn ich kann mir ausrechnen, wann ich bloß noch ein kleiner Stumpen bin. Aber so ist es – es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich bleibe ganz und unversehrt in der Schachtel – dann werde ich nicht kürzer – es geht mir überhaupt nichts ab – aber dann weiß ich nicht, was ich eigentlich soll. Oder ich gebe Licht und Wärme, dann weiß ich, wofür ich da bin. Dann muss ich aber etwas hergeben von mir, mich selber. Das ist schöner als kalt und sinnlos in der Schachtel.
So ist es auch mit euch Menschen! Entweder ihr zieht euch zurück, bleibt für euch – und es bleibt kalt und leer, oder ihr geht auf die Menschen zu und schenkt ihnen etwas von eurer Wärme und Liebe, dann bekommt euer Leben einen Sinn. Aber dafür müsst ihr von euch selber etwas hergeben, von eurer Freude, von eurer Herzlichkeit, von eurem Lachen, vielleicht auch von eurer Traurigkeit.
Ich meine, nur wer sich verschenkt, wird reicher. Nur wer andere froh macht, wird selber froh. Je mehr ihr für andere brennt, um so heller wird es in euch selber.
Ich glaube, bei vielen Menschen ist es nur deswegen dunkel, weil sie sich nicht getrauen, einem anderen ein Licht zu sein. Ein einziges Licht, das brennt, ist mehr wert als all die Dunkelheit in dieser Welt.
Darum lasst euch ein wenig Mut machen von einer brennenden Kerze.

Nutzen Sie die Zeit des Advents und schenken Sie jemandem "ein Licht". Nichts anderes hat Jesus getan; er, der das Licht der Welt genannt wird.