Mundartabend 2014 im Pfarrheim Lauterbach

„Geheime Treffen im Warndt“

Am 14. November trafen sich in einem fast voll besetzten Saal 'etliche bedeutende Menschen aus verschiedenen Orten und Städten', um miteinander wichtige, richtungsweisende Fragen zu erörtern, z.B.: "Haschde schun vum Luwis geheert?" Oder "Wo is das Kaninsche hin?"

Der 2. Mundartabend, zu dem die Arbeitsgruppe 'Warndtcafé' der Pfarreiengemeinschaft Warndt ins Pfarrheim Lauterbach eingeladen hatte, war wieder ein voller Erfolg. Eigens für diese Veranstaltung hatten die Organisatoren den Pfarrheimsaal in ein gemütliches Bistro mit einer 'gudd Stubb' aus Großmutters Zeiten auf der kleinen Bühne verwandelt. Gemeindereferentin Martina Scholer hieß die Gäste zu Beginn im Namen der Arbeitsgruppe herzlich willkommen. Moderator Gernot Richter aus Wehrden konnte zahlreiche Aktive begrüßen, die mit ihren kurzweiligen und lustigen, aber auch nachdenklichen und historischen Geschichten viel über das Lebensgefühl der Menschen im Warndt zum Ausdruck brachten.

Ein 'Klääner Chor mit große Määde und Buwe' vom MGV Lauterbach mit Hans-Josef Hümbert am Klavier begeisterte mit saarländischen Liedern zum Mitsingen. Edith Klein erzählte, warum die Oma das 'beschde Stick' ist.

Die Akteurinnen der Theatergruppe der Kath. Frauengemeinschaft Lauterbach führten auf, wie schnell sich ein 'Gerücht' im Dorf verbreitet, und dass es für jedes Zipperlein einen medizinischen Spezialisten gibt.

Alois Festor aus Lauterbach erzählte 4 kleine Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend, Ortwin Kronser erklärte uns allen, was 'Ebbes' ist

Bernhard Schulz aus Wehrden 'schlimmerte in die Mischdekaul' und Oranna Schulz führte in das saarländische Mundartwörterbuch ein.

Irene Siegwart – Bierbrauer aus Großrosseln gab uns Einblicke in die konspirativen Geheimtreffen, die von alters her hier im Warndt stattgefunden haben, ob nun damals bei König Barbarossa und Heinrich II. oder in jüngster Zeit zwischen Helmut Kohl und Francois Mitterand. Die allseits bekannten 'Funklöcher' im Warndt lassen auch heute noch Aktivitäten von Agenten und geheime Treffen wichtiger Persönlichkeiten vermuten. So hat der Warndt nach wie vor große Chancen, dass in seinen Wäldern die Weltpolitik gemacht wird.

Der kurzweilige Abend wurde durch 'ebbes kläänes ze esse' abgerundet, das Ursula Kronser, Christa Blechschmidt, Oranna Schulz und Elisabeth Richter sehr lecker vorbereitet hatten. Für 'ebbes ze trinke' sorgten Gudrun Schorr und Manfred Peters.

Die Lachmuskeln der Besucher bekamen an diesem Abend viel Arbeit. Am Ende stimmten alle Gäste und Mitwirkenden darin überein, dass es sich gelohnt hat, dabei gewesen zu sein. Für die Arbeitsgruppe 'Warndtcafé' ist das Ansporn, auch im nächsten Jahr wieder einen Mundartabend anzubieten.

Allen, die rund um die Veranstaltung mitgeholfen haben, ein herzliches "Vergelt´s Gott" - denn ohne das ehrenamtliche Engagement so vieler Menschen wäre diese Veranstaltung nicht möglich.

Text: Martina Scholer, Ortwin Kronser - Fotos: Rudolf Blechschmidt

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