Auszeit

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht sind Sie noch in Urlaub oder waren es schon und ich hoffe, es war für Sie eine Zeit der Erholung und Entspannung, eine Zeit des sich selbst Wiederfindens. Manche von Ihnen konnten aber möglicherweise auch im Urlaub nicht richtig abschalten, nahmen die Sorgen und Probleme mit und konnten sie nicht wirklich ablegen. Das zehrt an den Nerven, wo doch der Urlaub eigentlich Gegenteiliges bewirken soll.

Hilfreiche Haltungen in solchen Situationen sind das Loslassen und die Gelassenheit. Damit ist nicht gemeint, die Probleme zu verdrängen und deren Bewältigung vor sich her zu schieben. Es geht darum, für sich Zeit einzufordern und frei zu werden für das Leben, das vor einem liegt. Das Grübeln über die Unwägbarkeiten des Lebens steht dabei nur im Weg. Erst im Loslassen der Gedanken; das heißt, sie kommen und wieder gehen zu lassen, entsteht eine Gelassenheit, die einen wieder erden und zu neuen, tragfähigen Aufbrüchen verhelfen kann. Denn unser Geist arbeitet ja nicht nur, wenn wir bewusst denken; am effektivsten ist er, wenn wir ihn frei arbeiten lassen. Diese Freiheit des Geistes ist wiederum das Einfallstor Gottes, durch das sein Geist in uns wirkt.

Jesus selbst hat sich daher diese Auszeiten immer wieder genommen. An einem anderen Ort, in der Stille und im Gebet, hielt er das in sich am Leben, was ihm half, vertrauensvoll, gelassen und gestärkt, seinen oft nicht einfachen Alltag zu bewältigen.

Am Beispiel Jesu sollten sich diese Auszeiten daher auch bei uns nicht nur auf den Urlaub beschränken, sondern auch in die Zeit des Alltags eingebaut werden. Möglichkeiten gibt es viele, auch gemeinsam mit dem Ehepartner oder der Familie. Solche Zeiten, in denen Sie spüren, dass Ihr Leben getragen ist von Gottes Wirken und Kraft, wünsche ich Ihnen.

Andreas Folloni, Gemeindereferent