St. Martin

Der heilige St. Martin von Tours wurde um das Jahr 316 im heutigen Ungarn geboren. Als Sohn eines römischen Offiziers leistete er im Alter von 10 Jahren seinen Militärdienst ab. Mit 15 wurde er zur Leibwache des Kaisers Konstantin II. nach Mailand eingezogen.

Wenig späterwurde von seiner Mutter zum christlichen Glauben bekehrt und erhielt im Alter von 36 Jahren das Sakrament der Taufe.

Nach Ableistung seiner 25 jährigen Dienstzeit wurde er als 40 Jähriger aus dem Heerdienst entlassen. Er lebte anschließend als Einsiedler auf einer Insel bei Genua und gründete danach das erste Kloster des Abendlandes.

372 wurde Martin von Tours(Frankreich) zum Bischof geweiht. Ihm haben wir es zu verdanken, dass die christlichen Bezirke in sog. "Pfarreien" aufgegliedert wurden.

Martin ist am 08.11.397 im Alter von 81 Jahren gestorben und wurde am 11.11. – seinem heutigen Gedenktag – in Tours beigesetzt.

Die Elemente der heutigen St. Martins-Umzüge

Um das Jahr 334 begegnete der berittene Soldat Martin im Winter am Stadttor Amiens einem armen, unbekleideten Mann. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Militärmantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. So erwies sich Martin als Jünger Jesu gemäß der Schrift:

Mt 25,35-40: „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet… Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Im Jahre 371 sollte Martin von den Einwohnern der Stadt zum Bischof von Tours ernannt werden. Da er sich dieses Amtes aber als unwürdig ansah, versteckte er sich in einem Gänsestall. Die schnatternden Tiere verrieten aber rasch seine Anwesenheit. Davon leitet sich der Brauch der „Martinsgans“ ab.

Martins Leichnam wurde in einer großen Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt. So erklärt sich der heutige Brauch der vielen Lichter und Laternen während des Umzuges.